
Neurologische Physiotherapie in Köln-Esch
KG-ZNS auf Bobath- und Vojta-Basis bei Schlaganfall, Parkinson, Multipler Sklerose und anderen neurologischen Erkrankungen – in der Martinusstraße 53 im Kölner Norden
Ein Schlaganfall verändert den Alltag von einem Tag auf den anderen: aufstehen, gehen, eine Tasse greifen. Diese Seite erklärt, was neurologische Physiotherapie – auf der Verordnung „KG-ZNS“ – leistet, bei welchen Erkrankungen sie verordnet wird und wie Angehörige mithelfen können. In der Praxis Pirnay in Köln-Esch behandeln Therapeutinnen und Therapeuten mit Bobath- und Vojta-Zusatzausbildung Erwachsene und Kinder.
Neurologische Physiotherapie in Köln-Esch: Üben für den Alltag
„KG-ZNS“ steht für Krankengymnastik bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems, also von Gehirn und Rückenmark. Ist dort Gewebe geschädigt, etwa durch einen Schlaganfall, kommen Bewegungsbefehle nicht mehr wie gewohnt bei den Muskeln an: Ein Arm bleibt schwach, ein Bein lässt sich schlecht steuern, Muskeln spannen sich unwillkürlich an. Geübt werden deshalb ganze Handlungen wie Drehen im Bett, Aufsetzen, Aufstehen, Gehen und Greifen.
Grundlage ist die Neuroplastizität: Das Nervensystem kann Verbindungen zwischen Nervenzellen umbauen, wenn eine Bewegung oft und aufmerksam geübt wird. Wie weit diese Anpassung im Einzelfall reicht, kann niemand vorhersagen; sie hängt unter anderem von Ort und Ausmaß der Schädigung ab. Ziel ist, Beweglichkeit und Selbstständigkeit zu erhalten und zu verbessern, soweit der Befund es zulässt.
Abgeben dürfen KG-ZNS nur Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit einer dafür anerkannten Zusatzausbildung. Für Säuglinge, Kinder und Jugendliche gibt es die eigene Verordnung „KG-ZNS-Kinder“. In Köln-Esch arbeiten zertifizierte Bobath- und Vojta-Therapeuten, sodass hier auch Kinder mit Bewegungsstörungen behandelt werden.
Erkrankungen, bei denen KG-ZNS verordnet wird
Schlaganfall
Durchblutungsstörung oder Blutung im Gehirn. Häufig bleibt eine Körperhälfte geschwächt oder gelähmt, oft mit Störungen von Gefühl, Gleichgewicht oder Sprache.
Bewegungsstörungen im Kindesalter
Etwa eine infantile Zerebralparese oder eine verzögerte motorische Entwicklung. Die Kinderarztpraxis verordnet dann Behandlung auf Grundlage von Bobath oder Vojta.
Schädel-Hirn-Verletzung
Nach Unfall oder Sturz mit Hirnbeteiligung können Lähmungen, Koordinationsstörungen und rasche Ermüdbarkeit bleiben, je nach verletzter Region.
Querschnittlähmung
Das Rückenmark ist teilweise oder ganz unterbrochen. Geübt werden Rumpfkontrolle, Umsetzen, der Umgang mit dem Rollstuhl und erhaltene Funktionen.
Parkinson und Multiple Sklerose
Beide verlaufen chronisch. Bei Parkinson stehen Gang und Haltung im Vordergrund, bei Multipler Sklerose wechselnde Kraft, Spastik und Erschöpfung.
Polyneuropathie
Betroffen sind Nerven in Füßen und Händen; typisch sind Taubheit und unsicheres Gehen. Ob KG-ZNS oder allgemeine Krankengymnastik verordnet wird, entscheidet die Arztpraxis.
Woran die Therapie ansetzt
Gehen und Stehen
- • Aufstehen von Bett und Stuhl
- • Gewicht auf das betroffene Bein bringen
- • Hängenbleiben mit der Fußspitze
- • Treppen und Bordsteinkanten
Arm und Hand
- • Schmerzende oder absinkende Schulter
- • Greifen, Halten und Loslassen
- • Hand beim Anziehen und Essen einsetzen
Muskelspannung und Wahrnehmung
- • Spastik: unwillkürlich erhöhte Muskelspannung
- • Schlaffe, kraftlose Muskulatur
- • Vernachlässigen einer Körperseite (Neglect)
Selbstständigkeit im Alltag
- • Waschen, Anziehen, Toilettengang
- • Umsetzen vom Bett in den Rollstuhl
- • Bei Kindern: Drehen, Krabbeln, Sitzen, Laufen
Notruf 112: Anzeichen eines Schlaganfalls erkennen
Ein Schlaganfall ist ein Notfall, auch wenn die Beschwerden nach Minuten wieder verschwinden. Wählen Sie bei einem der ersten vier Zeichen sofort den Notruf 112 und merken Sie sich den Beginn. Die beiden letzten Punkte müssen ärztlich abgeklärt werden, im Zweifel ebenfalls über die 112.
- Plötzliche Schwäche, Lähmung oder Taubheit einer Körperhälfte.
- Einseitig hängender Mundwinkel.
- Plötzlich verwaschene Sprache, Wortfindungsstörung oder fehlendes Sprachverständnis.
- Plötzliche Sehstörung, Doppelbilder, heftiger Schwindel oder ungewohnt starker Kopfschmerz.
- Sturz mit Kopfverletzung, starken Schmerzen oder einem Bein, das sich nicht belasten lässt.
- Rasche Verschlechterung von Kraft, Gang oder Spastik; bei Multipler Sklerose Verdacht auf einen Schub.
Behandlungskonzepte: Bobath und Vojta
Welches Konzept eingesetzt wird, richtet sich nach Verordnung und Befund. Beide bahnen Bewegungen an, die im Alltag gebraucht werden, und setzen auf häufiges Wiederholen. PNF bieten wir in Köln-Esch nicht an; dieses Konzept gibt es in unserer Praxis in Düsseldorf.
Bobath-Therapie
Die Therapeutin führt mit ihren Händen Bewegungen wie Aufsetzen, Aufstehen oder Greifen und bezieht die betroffene Körperseite ein, statt sie zu umgehen. Eltern von Säuglingen und Kindern lernen Handgriffe für Tragen, Wickeln und Füttern.
Vojta für Kinder und Erwachsene
In festgelegten Ausgangslagen gibt die Therapeutin Druck auf bestimmte Körperzonen. Nach dem Vojta-Prinzip antwortet der Körper mit unwillkürlichen Bewegungsmustern der Aufrichtung und Fortbewegung. Bei Kindern führen die Eltern die Übung nach Anleitung zuhause fort.
Gehen und Gleichgewicht
Aufstehen, das Gewicht auf das betroffene Bein bringen, Schritte auf ebenem Boden und auf der Treppe: Diese Abläufe üben Sie in kleinen Stufen, anfangs mit Unterstützung der Therapeutin, später mit Stock oder Rollator oder frei.
Hausbesuch auf Verordnung
Ist der Weg in die Praxis noch nicht zu schaffen, kann ein Hausbesuch verordnet werden. Geübt wird dann dort, wo es darauf ankommt: am eigenen Bett, im Bad oder auf der Treppe.
Vom ersten Befund bis zur Folgeverordnung
- 1
Befund und Vorgeschichte
Wir lesen Entlassbrief und Verordnung und sehen uns an, wie Sie sitzen, aufstehen, gehen und Arm und Hand einsetzen. Die Diagnose stellt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
- 2
Ziele aus Ihrem Alltag
Mit Ihnen und Ihren Angehörigen legen wir fest, was als Nächstes wichtig ist, zum Beispiel allein zur Toilette gehen oder sich selbst anziehen.
- 3
Üben und Anleiten
Sie wiederholen die gewählten Handlungen mit Unterstützung, die nach und nach abnimmt. Für zuhause erhalten Sie wenige, klar beschriebene Übungen; Angehörige probieren die Handgriffe selbst aus.
- 4
Rückmeldung an die Arztpraxis
Am Ende der Serie halten wir fest, was sich verändert hat. Über eine weitere Verordnung entscheidet die verordnende Praxis.
Zuhause üben: Hinweise für Betroffene und Angehörige
Die Zeit zwischen den Terminen zählt mit. Diese Hinweise sind einfach und sicher; alles Weitere besprechen Sie bitte vorher in der Therapie.
Kurz und oft statt lang
Mehrere kurze Übungszeiten am Tag sind meist günstiger als eine lange. Binden Sie Übungen an feste Abläufe, etwa das Aufstehen vom Stuhl vor jeder Mahlzeit, und hören Sie vor der Erschöpfung auf.
Den betroffenen Arm schützen
Legen Sie den Arm beim Sitzen sichtbar auf Tisch oder Kissen, statt ihn hängen zu lassen. Wer beim Aufstehen hilft, fasst an Rumpf oder Becken an, nicht am Arm: Zug an der Schulter kann Schmerzen und Verletzungen auslösen.
Helfen, ohne abzunehmen
Lassen Sie Betroffene selbst tun, was sie können, auch wenn es länger dauert. Räumen Sie Stolperfallen wie lose Teppiche und Kabel weg und achten Sie auf festes Schuhwerk.
Mit Kindern im Tageslauf üben
Die Handgriffe aus der Kindertherapie gehören in den Tag: beim Hochnehmen, Wickeln, Anziehen und Spielen. Üben Sie so, wie es Ihnen gezeigt wurde, und sprechen Sie Unsicherheiten beim nächsten Termin an.
Ihr Termin in der Martinusstraße in Köln-Esch
Die Praxis Pirnay liegt in der Martinusstraße 53, 50765 Köln, im Kölner Norden nahe Pesch und Auweiler. Parkplätze gibt es direkt vor der Praxis, der Zugang ist stufenlos. Mit dem Auto fahren Sie über die A57, Ausfahrt Köln-Chorweiler, oder die A1, Ausfahrt Köln-Bocklemünd; die Bushaltestelle „Esch Schulstraße“ ist wenige Gehminuten entfernt.
Bringen Sie Versichertenkarte, Verordnung, Entlassbrief und weitere Arztbriefe mit. Tragen Sie bequeme Kleidung und feste Schuhe; Schiene, Stock oder Rollator kommen ebenfalls mit. Beim ersten Termin ist mehr Zeit für den Befund eingeplant, sonst dauert eine Behandlung je nach Verordnung in der Regel 20 bis 60 Minuten.
Termine vereinbaren Sie telefonisch oder über das Terminformular dieser Website. Wir sprechen Deutsch, Englisch und Spanisch, an der Rezeption auch Türkisch. Sieht die Verordnung einen Hausbesuch vor, behandeln wir zuhause oder im Pflegeheim.
Öffnungszeiten: Mo 7:00–20:00, Di 8:00–19:50, Mi 8:00–19:30, Do 7:00–19:50, Fr 7:00–15:30
Häufige Fragen: Schlaganfall, Bobath und Vojta
Wann beginnt die ambulante Physiotherapie nach einem Schlaganfall?
In der Regel schließt sie an Klinik und Rehabilitation an. Die hausärztliche oder neurologische Praxis verordnet dafür KG-ZNS. Melden Sie sich früh und bringen Sie den Entlassbrief mit, damit keine lange Lücke entsteht.
Hat Üben noch Sinn, wenn der Schlaganfall lange zurückliegt?
Ja, auch dann kann Therapie sinnvoll sein, etwa um Beweglichkeit zu erhalten, erhöhte Muskelspannung zu beeinflussen und Stürzen vorzubeugen. Wie viel sich im Einzelfall noch verändert, lässt sich nicht vorhersagen. Über die Verordnung entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Worin unterscheiden sich Bobath und Vojta?
Bei Bobath machen Sie Alltagsbewegungen aktiv mit, während die Therapeutin führt und unterstützt. Vojta löst über Druck an bestimmten Körperzonen unwillkürliche Bewegungsmuster aus. Welches Konzept passt, hängt von Verordnung, Befund und Alter ab.
Was steht bei Kindern auf der Verordnung?
Dort steht „KG-ZNS-Kinder“ mit dem Zusatz Bobath oder Vojta. Ausgestellt wird sie meist in der Kinderarztpraxis, wenn eine zentrale Bewegungsstörung festgestellt wurde. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren leisten keine gesetzliche Zuzahlung. Ein Elternteil kommt zur Behandlung mit.
Dürfen Angehörige bei der Behandlung dabei sein?
Ja, das ist erwünscht, wenn Sie einverstanden sind. Angehörige sehen, wie viel Hilfe wirklich nötig ist, und üben Lagerung, Umsetzen und Hilfestellung unter Anleitung. So wird der Umgang zuhause für beide Seiten sicherer.
Welche Kosten entstehen mir bei einer Verordnung über KG-ZNS?
Mit der Verordnung rechnet die Praxis Pirnay mit Ihrer gesetzlichen Krankenkasse ab; gesetzlich Versicherte zahlen die gesetzliche Zuzahlung, sofern sie nicht befreit sind. Privat Versicherte und Selbstzahler können übrigens auch ohne Verordnung einen Termin vereinbaren, wenn ein Befund vorliegt. Privat Versicherte klären die Erstattung vorab mit ihrer Versicherung, weil sie vom Tarif abhängt.
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